KunstMeile oder MeilenKunst

Hannovers Welt „hinter dem Bahnhof“ – Oststadt und List – früher verpönt und heute viel begehrter Lebensraum und Einkaufs-(Lister)-Meile. Aber zur Lebensqualität gehören daneben auch viel Grün und vor allem Kunst und Kultur. Wie fast überall in der Landeshauptstadt bietet auch die Lister Meile viel Kunst auf wenigen Metern. Ein paar haben wir hier beispielhaft dargestellt.

Für die einen ist es nur die Raschplatz Hochstraße, für die anderen das „Tor zur Lister Meile“.
Und wie es sich für ein repräsentatives Portal gehört, so trägt im wahrsten Wortsinn auch die Hochstraße ein eindruckvolles Kunstwerk.Hangover“ (ohne „1“, „2“ oder vielleicht „3“) ist kein Film im nahe gelegenen CinemaxX, sondern ein Kunstwerk von Andreas von Weizsäcker.
Im Rahmen des von Lothar Romain 1991 initiierten Skulpturenprogramms „Im Lärm der Stadt“ entstand diese Installation.
Nach Ablauf des Ausstellungsprojektes wurde sie im gleichen Jahr konzeptentsprechend wieder abgebaut. Um dann bereits 1993 aufgrund des großen öffentlichen Interesses erneut aufgestellt – eher aufgehängt – zu werden.
Seitdem hängt Andreas von Weizsäckers Dauerleihgabe aus glasfaserverstärktem Polyester, Aluminium, handgeschöpftem Büttenpapier und Gaze unter der Raschplatz-Hochstraße und wartet auf den Zahn der Zeit – das Kunstwerk wurde bereits sichtbar von Wind und Wetter angegriffen und musste sogar schon einmal restauriert werden – oder vielleicht auch den kompletten Abriss der Hochstraße.

Nur ein paar Schritte weiter und nur wenige Meter tiefer trifft man auf „Die Frauen von Messina“ von Rolf Szymanski.
Kurze Zeit nach der Eröffnung der Passerelle wurden sie 1977 aufgestellt und fanden Platz in einem „kleinen Amphitheater“ – breiten Treppen und Rampen die in Richtung des Pavillons führen.
Kaum jemand weiß, dass dies eigentlich der Zugang zum neuen hannoverschen Schauspielhaus werden sollte. In den 60er und 70er Jahren wurden über große öffentlichkeitswirksame Aktionen Spendengelder für gerade dieses Projekt eingesammelt, das dann doch scheiterte. So erinnert nur noch die Treppe an diese Idee.
Die drei Bronzefiguren der Gruppe „Die Frauen von Messina“ von Rolf Szymanski sind nicht schön. Eher deformiert und kaum als Menschen präsentieren sie sich. Messina, eine Hafenstadt im Nordosten Siziliens, ist schon lange vor Christi Geburt gegründet worden. Kriege und Erdbeben haben sie mehrfach zerstört; und sie wurde immer wieder aufgebaut.
Der Parallelen zur Leidensgeschichte der Stadt Hannover ist von den Initiatoren dieser Installation durchaus gewollt.

„Hinter dem Bahnhof“ hatte in Hannover jahrhunderte lang einen schlechten Ruf. Das lag unter anderem auch an dem Gerichtsgefängnis, dass hier 1865 als Königliches Zellengefängnis Hannover gebaut wurde.
Heute erinnert ganz am Anfang der Lister Meile das Mahnmal „Gerichtsgefängnis“ von Hans-Jürgen Breuste besonders an die unrühmliche jüngste Geschichte dieses Gefängnisses.$$Die Nationalsozialisten internierten hier bevorzugt ihnen ungelegene Personen und auch ganze Gruppen. Dabei beschränkten sie sich nicht nur auf die von ihnen gehassten Sozialdemokraten und die KPD, sondern auch Frauen und Männer von Minderheiten wie Sinti, Zeugen Jehovas oder Homosexuelle.
Otto Brenner und Ernst Thälmann saßen hier ein.
Am 8. Mai 1989, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, wurde das Mahnmal mit einer Gedenkveranstaltung der hannoverschen Öffentlichkeit übergeben.
Hier der komplette Text der Inschrift:
„Hier stand bis zum Abriss 1964 das Gerichtsgefängnis Hannover, in dem von 1933 bis 1945 zahlreiche Gegner und Gegnerinnen des Nationalsozialismus inhaftiert waren. Sie kamen aus allen Schichten der Bevölkerung, bis 1937 vor allem aus der Arbeiterschaft - darunter Sozialdemokraten, Kommunisten und Gewerkschafter. Außer ihnen wurden hier Männer und Frauen aus verfolgten Minderheiten wie Sinti, Zeugen Jehovas und Homosexuelle gefangen gehalten. Während des Zweiten Weltkrieges haben hier auch ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen gelitten. In diesem Gefängnis waren viele Mitglieder der hannoverschen Sozialistischen Front, einer der größten Widerstandsgruppen der SPD gegen den Nationalsozialismus, inhaftiert. Von ihnen werden Gustchen Breitzke, Fritz Lohmeyer, Therese Wittrock und Fritz Wulfert genannt. Zu einer Widerstandsgruppe der Sozialistischen Arbeiterpartei gehörte Otto Brenner. Von 1937 bis 1943 saß hier der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann, in Einzelhaft. Stellvertretend für die Verfolgten aus dem kommunistischen Widerstand werden Paul Arndt, Marianne Baecker, Grete Hoell und Walter Krämer genannt. Das Mahnmal Gerichtsgefängnis erinnert daran, dass sich Justiz und Polizei als Helfershelfer des Faschismus betätigten. Hier war ein Ort der Denunziation, an dem Menschen willkürlich und aus politischen Gründen inhaftiert waren.“

Feuchtfröhlich geht es weiter: Ein Wassergarten auf der Lister Meile!
Jeder kennt ihn den Lüders-Brunnen „Wassergarten“ Ecke Sedanstraße.
An sonnigen Sommertagen verspricht allein seine plätschernde Existenz und das kühle Glitzern von Wasser und Stahl Abkühlung.
1974 würde dieses Kunstwerk von Joachim Wolff aufgestellt und erfreut seitdem die „Meilengänger“.
Wellenartigen Stahlsegmente ahmen das über sie fließende Wasser nach. Kleine Wasserfälle, Stromschnellen und winzige Teiche bilden eine eigene künstliche Seenlandschaft – einen Metallgarten, an dem man dank der vielen Bänke auch gerne verweilt.
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